Antisemitismus

Beim Lesen der unzensierten Erstausgabe der Neuoffenbarung stößt man auf eine erschreckende Passage, die Gott in den Mund gelegt wird. Jesus war hier auf Erden selbst Jude. Seine Mutter, seine Freunde und seine Jünger waren Juden. Jeder mag selbst beurteilen, ob er wirklich glaubt, dieser Text stamme von Jesus Christus:

»Ein Jude, wie er jetzt beschaffen ist, ist vollkommen ein Schwein; schon das Äußerliche beurkundet für jedermann, zu welcher Tierklasse diese Menschenrasse gehört. Ein Jude sieht nun im allgemeinen aus wie ein Schwein, und stinkt wie ein Schwein, und wälzt sich überall in den allerverächtlichsten Weltschlamme wie ein Schwein, um seinen Gold- und Silberdurst zu stillen. (...) Ein Schwein kann ebenfalls jede Kost genießen; selbst der barste Kot ist ihm nicht unwillkommen, wenn er nur warm ist. - Das ist auch beim Juden der Fall; (...) Die Besten sind, wie ihr zu sagen pfleget, in geistiger Beziehung keinen Schuß Schießpulvers wert.«

(Erstausgabe Erde (später "Erde und Mond"), Kapitel 74, Verse 9-11 [III. Teil])


Dieser rassistische Text ist keine Ausnahme. An anderer Stelle verfällt "Jesus" der Fäkalsprache:

»(...) dann kommt (...) der Juden Ende (...) Und ihr Name (...) wird sein wie zum Anpissen.«

(Großes Evangelium Johannes, Band 7, Kapitel 51, Vers 12)

»Wahrlich, der hohe Gottesdienst im Tempel, besonders an den großen Festtagen, war etwas so Dumm-Gräßliches und dabei zugleich Säuisches (...)«

(Großes Evangelium Johannes, Band 1, Kapitel 116, Vers 8)




Auch andere Menschengruppen werden diskriminiert. Zu Frauen erfährt man:

»Der weibliche Teil, somit auch der blödere, (...)«

(Himmelsgaben Band 1, 16. August 1840, Teil a, Vers 16)


und zu einem Inder sagt "Jesus" angeblich:

»Es wohnen jetzt auf der Erde eine so große Anzahl von Menschen
(damals zwischen 100 und 200 Millionen, ein Inder hätte zehn bis zwanzig Crore gesagt), daß du nun gar keine so große Ziffer kennst, mit der du die Zahl bezeichnen könntest.«

(Großes Evangelium Johannes, Band 8, Kapitel 15, Vers 6)


In Wirklichkeit stammt unsere Arithmetik ganz wesentlich von den Indern. "Jesus" suchte sich also gerade das falsche Land aus, wenn er sagt

»(...) euer Land
(Indien) ist (...) zu blind und zu dumm.«

(Großes Evangelium Johannes, Band 7, Kapitel 123, Vers 2)




Auch hier wären rassistische und insbesondere antisemitische Aussagen leichter zu erklären, wenn man sie auf rassistische Personen zurückführen könnte. Die These, ein solcher Text stamme von Gott, noch dazu von Jesus, der selbst als Jude unter Juden lebte, der sich für Frauenrechte einsetzte und dessen Botschaft für alle Menschen aller Länder ist, führt dagegen zu Erklärungsnöten.

Viele Lorberfreunde weisen darauf hin, dass insbesondere der Text über Juden als kotfressende, stinkende Schweine nicht antisemitisch zu verstehen sei und trotz des Vokabulars "zu welcher Tierklasse diese Menschenrasse gehört" der Text nichts mit der Rassentheorie des Dritten Reiches gemein hat. Aber kann man den Text ernsthaft anders verstehen? Als Adolf Hitler 1933 die Macht übernahm, bekannte der frühere Verleger der Lorberschriften und der Vorstand der damaligen Lorber-Gesellschaft im Namen der Lorberfreunde:

»Geistig, politisch und wirtschaftlich sehen wir also die Gedanken und Bestrebungen Adolf Hitlers in weitgehendster Übereinstimmung mit den schon vor fast 100 Jahren durch den großen deutschen Seher und Gottesboten Jakob Lorber enthüllten, in den "Neusalemsschriften" niedergelegten Lehren.

Wir Neusalemsfreunde (Lorberfreunde) bedürfen daher keiner "Umstellung" oder "Neueinstellung" gegenüber dem neuen Staate. Die "Gleichschaltung" hat der oberste Lenker der Staats- und Völkergeschichte schon dadurch vollzogen, daß Er dem Erwecker und Führer des neuen Deutschland (Adolf Hitler) die gleichen Grundgedanken ins Herz geflößt hat wie seinem vorausgesandten Rüstzeuge Jakob Lorber.

Namens der Neu-Salems-Gesellschaft E.V. in Bietigheim, Württemberg
der Vorstand: Otto Zluhan. Fritz Enke.
der Schriftleiter: Dr. Walter Lutz.«

(Das Wort: Heft 6, 1933.
Zeitschrift der Freunde des Neu-Salems-Lichtes.
13. Jahrgang Bietigheim: Neu-Salems-Verlag, 1933, S. 177
Artikel: "Der neue Staat und das Neusalemslicht")


In dem Artikel »War Jesus ein Jude?« (Das Wort: Heft 5, 1933) wird Jesu anhand der Neuoffenbarung »nordisches Blut« unterstellt und im Februarheft 1934 reagiert die Zeitschrift "Das Wort" auf einen Leserbrief und unterstellt dem »Judentum« pauschal »rücksichtslose materielle Erwerbssucht« und »sittliche Verderbnis in besonderem Maße«. Man solle Hitler »verstehen«, dass sich dieser in »der Pflicht« sehe, dem »entgegenzuwirken«:

»Wir Neusalemsfreunde in Deutschland haben (...) ohne Ausnahme den bestimmten Eindruck, daß Adolf Hitler ein Werkzeug der Vorsehung ist«

(Das Wort: Heft 14, 1934.
Zeitschrift der Freunde des Neu-Salems-Lichtes.
14. Jahrgang Bietigheim: Neu-Salems-Verlag, 1934, S. 63)


Dabei lassen sich Parallelen zwischen der Neuoffenbarung von Jakob Lorber und der Rassenideologie von Adolf Hitler auch ohne göttliches Eingreifen erklären. So war beispielsweise der Rassentheoretiker Jörg Lanz von Liebenfels, der für sich beanspruchte, Vordenker Adolf Hitlers und »Bahnbrecher des Nationalsozialismus« gewesen zu sein, ein Bewunderer Lorbers, der ihn als das »größte ariosophische Medium der Neuzeit« sah. (vgl. Guido und Michael Grand: Erlöser. Phantasten, Verführer und Vollstrecker. S. 96ff)
Adolf Joseph Lanz, auch
Jörg Lanz von Liebenfels
Quelle: www.esowatch.com

Diese Verbindungen bedeuten nicht zwangsläufig, Hitler hätte sich Lorbers Auditionen über den Umweg Lanz von Liebenfels zu eigen gemacht, ein Vergleich der Diktion ("Menschenrasse", "säuisch", etc.) legt aber einen gemeinsamen judenfeindlichen Nährboden nahe, auf dem erst Lorbers, dann Liebenfels' und schließlich Hitlers Ideen wucherten.


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