Jesu Liebe

Es gehört zu jeder Religion, die ethischen Maßstäbe für ein Leben miteinander und in Verantwortung vor Gott vorzugeben. Es gehört zu den Besonderheiten des Christentums an einen Gott zu glauben, der diese Maßstäbe nicht nur vorgibt, sondern auch vorlebt. An Jesus wurde sichtbar, wie Gott ist und wie der Mensch sein sollte. Das bezeugen Christen in aller Welt und auch Neuoffenbarungsfreunde:

»ER, der Herr der Unendlichkeit, dem alle Elemente gehorchen, dem es ein Leichtes ist, Welten, Sonnensysteme, ja ganze Universen zu erschaffen oder aufzulösen, - ER lebt konsequent, was er gelert hat, die bedingungslose Liebe!
ER heilt dem Kriegsknecht das von Petrus abgehauene Ohr wieder an. ER erwiedert nichts auf die Verhöhnungen und Verspottungen während des Verhörs. ER läßt keinen Arm steif oder gelähmt werden, der die Geissel schwingt, um ihn zu martern und zu quälen. ER hat keinen Gedanken an Rache oder Vergeltung. ER segnet nur in seinem Herzen«

(Karl Zimmer, Präsident der Lorber-Gesellschaft in "Geistiges Leben", Mitteilungen der Lorber-Gesellschaft e.V. Bietigheim, Jahrgang 2, 1982, Heft 1., S.1)


Diesen Kerninhalten der Passion kann man als Christ nur zustimmen. Sie fassen das biblische Portrait Jesu treffend zusammen. Doch wie begegnet uns der Jesus der Neuoffenbarung?

»Das Hauptanliegen dieser Zeitschrift aber soll sein, von der Liebe zu künden, mit der unser Vater JESUS uns in der Neuoffenbarung entgegenkommt, der uns alle heimführen möchte an sein liebendes Vaterherz.«

(Lorber-Gesellschaft in "Geistiges Leben", Mitteilungen der Lorber-Gesellschaft e.V. Bietigheim, 1/1981, S.4)


Interessant ist in diesem Zusammenhang z.B. die "Jugend Jesu", in der Jakob Lorber das ursprüngliche "Jakobus-Evangelium" über die Kindheit und Jugend Jesu empfangen haben will. So schreibt der Lorber-Verlag im Vorwort:

»Von diesem Kinde geht ein unwiderstehlicher Liebreiz aus, eine Liebe ausstrahlende, weisheitsvolle und heilungbringende Kraft, die jeden im Umkreis des Kindes, ob Jude oder Heide, zu der Erkenntnis reifen ließ, daß hier das allerhöchste Gottwesen selbst Mensch geworden ist«

(11. Auflage 1996, S. 7)


Und so verwundert es nicht, dass Jesus seinem zornigen Vater ins Gewissen redet, dem gerade sein Hausrat gestohlen wurde:

»Da ward der Joseph zornig über die Schlechtheit der Menschen, die für Wohltaten mit solchem Danke lohnen ihre Wohltäter! Und er sprach ganz ergrimmt: ,,Wahrlich, läge es in meiner Macht, ein solches Schandgesinde auf das empfindlichste zu züchtigen, da würde ich sogleich Feuer vom Himmel über solcher Diebe Häupter regnen lassen!" Hier trat das Kindlein zum Joseph und sprach: ,,Ei, ei - Vater Joseph, du bist heute sehr schlimm! Haben die Diebe dir ja noch Mich gelassen; wie magst du denn ihrer gar so zürnen? Siehe, die Diebe haben deinem Hause nur eine recht große Wohltat erwiesen, daß sie es also ausgereinigt haben! Denn wahrlich, wo in Zukunft ein Haus (das Herz des Menschen) nicht also gereinigt sein wird, da werde Ich nicht einziehen! Dieses Haus aber ist nun von jeglicher Weltschlacke gereinigt, und es gefällt Mir also sehr wohl!«

(Jugend Jesu, Kapitel 250, Verse 18-24)


Doch dann entdeckte das Kindlein, dass auch sein Schüsselchen weg war:

»Da aber das Kindlein
(Jesus) Sein Schüsselchen nicht vor Sich hatte, da fragte Es den Joseph, ob denn auch das Schüsselchen gestohlen sei. Und die Maria sprach: "Ganz sicher, Du mein herzallerliebstes Gottsöhnlein; denn sonst wäre es wohl sicher vor Dir!" Und das Kindlein sprach darauf: "Wahrlich, Joseph hat recht; das war Mutwille, und der solle auch bestraft sein allzeit und ewig!" (...) Es waren aber die Essenden noch kaum mit ihrem Mahle zu Ende, da vernahm man schon von draußen her ein gar entsetzliches Geheul. Was war es denn? – Es waren die Diebe, die mutwillig das notwendige Hausgerät Josephs gestohlen hatten, um es zu verderben. Ein jeder war umwunden mit einer glühenden Schlange und schrie um Hilfe; aber das Kindlein erhörte sie nicht, sondern trieb sie alle, bei hundert an der Zahl, mit Seiner Allmacht in das Meer, allwo sie alle umkamen.– Das war das einzige Mal, wo Sich das Kindlein unerbittlich gezeigt hatte.«

(Jugend Jesu, Kapitel 253, Verse 17-25)


Schon im nächsten Kapitel werden Kleiderdiebe von "Jesus" mir äußeren und inneren Verbrennungen gequält.

Ein weiteres Beispiel aus der "Jugend Jesu" betrifft die Liebe von Jesus zu Kindern:

»Als das Kind vollends fünf Jahre alt war und einige Wochen darüber, da ging Es einmal an einem Sabbate zu einem Bächlein (...) und mehrere Kinder geleiteten den kleinen munteren Jesus dahin; denn es hatten alle die Nachbarskinder Jesum gar lieb, weil Er stets munter war und wußte eine Menge unschuldiger Kinderspiele anzuordnen. (...) Es waren aber dazu auch die nahe wohnenden Eltern eines gewissen sehr zanksüchtigen Knaben gekommen, der da als das einzige Kind von seinen Eltern sehr verzärtelt war. Dieser Knabe, der sich auch diesmal unter der Gesellschaft der Kinder befand (...) sprach: "Das zahlt sich aus, so diese Lehmsperlinge davongeflogen sind; ich werde sogleich mit diesem Zweige das Wasser auch davonfliegen machen!" Nach diesen Worten fing der Knabe, der da Annas hieß, das Wasser in den Grübchen zu peitschen an und aus den Grübchen zu treiben. Da brach dem Gottkinde die Geduld, und Es sprach in einem sehr ernsten Tone: "O du mutwilliger, törichter böser Mensch, du – ein kaum überfleischter Teufel, willst zerstören, was Ich gebaut habe!? O du Elender! – den Ich mit dem leisesten Hauche vernichten kann, du willst Mich ärgern und Mir allzeit trotzen?! Siehe, auf daß dir dein Unsinn und deine Bosheit klar werde, so verdorre auf drei Jahre gleich dem Zweige, mit dem du Mein Wasser getrieben hast!" Auf dieses Wort des Gottkindes sank der arge Knabe sobald zusammen und verdorrte also sehr, daß an ihm nichts als Haut und Bein zu sehen war – und ward so schwach, daß er nimmer stehen und noch weniger gehen konnte. Da nahmen die Eltern traurigen Herzens ihr verdorrtes Kind und trugen es weinend in ihr Haus. (...) Als der Oberrichter herbeikam, da lief ihm das Kindlein (Jesus) entgegen und fragte ihn: "Warum kommst du hierher? Willst du Mich richten?! (...) Kehre schnell um, sonst wird dein Gericht über dich fallen!"«

(Jugend Jesu, Kapitel 280f)


Über das Schicksal des verdorrten Knaben erfährt man acht Kapitel später:

»Nach dieser Rede des Kindes Jesus wurden (...) alle erlöst, deren Weltliches des kleinen Jesus Fluch dann und wann getroffen hatte, bis auf den verdorrten Knaben.«

(Jugend Jesu, Kapitel 288, Verse 4-8)


Dazu der Lorber-Verlag (Nachwort zur Jugend Jesu, 11. Auflage 1996):

»Dieses Evangelium (...) darf das innigste und lieblichste aller Evangelien genannt werden.«


Jesus und Cyrenius


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